09.06.2026

Bericht über die Sitzung der Bezirksvertretung vom 03. Juni 2026

Zu Beginn der Bezirksvertretungssitzung standen die Bekanntmachungen der Vorsitzenden auf der Tagesordnung. 

Der nächste Tagesordnungspunkt waren die Mitteilungen des Bezirksvorstehers. Dabei gab es zwei Mitteilungen: es wurde die Übersiedelung der Integrative Schule Hernals, Hernalser Hauptstraße 220/222 in die Panikengasse 31, 1160 Wien für das Schuljahr 2026/2027 bekannt gegeben. Außerdem ging der Bezirksvorsteher auf die aus der letzten Sitzung eingegangene Anfrage ein, betreffend “Begegnungszone Kalvarienberggasse”. Diese wird umgesetzt, die MA18 entwickelt gerade Pläne. Diese werden in der Bezirksentwicklungskommission vorgestellt. 

Beim nächsten Tagesordnungspunkt wurde ein Zwischenbericht über vorhergehende Anträge gegeben. Dabei wurde festgestellt, dass alle zugewiesenen Anträge in Bearbeitung sind.

Als nächster Tagesordnungspunkt wurde über die Geschäftsstücke der MA42 zur Alszeilen Bewässerung abgestimmt. Hier meldete sich Berichterstatterin Stefanie Grötz zu Wort. Das Geschäftsstück wurde anschließend angenommen. Auch das Geschäftsstück der MA33 zur Dittersdorfgasse wurde angenommen. 

Im weiteren Tagesordnungspunkt wurden neuerliche Antragseinbringungen mit entsprechenden Empfehlungen der jeweiligen Kommissionen und Ausschüsse diskutiert und im Anschluss abgestimmt. 

Der nächste Tagesordnungspunkt behandelte Anfragen, Anträge und Resolutionen. Die Anfragen wurden entweder in der Sitzung vor Ort mündlich durch den Bezirksvorsteher beantwortet, oder werden schriftlich beantwortet. 

Folgender Antrag der SPÖ und NEOS “Low Traffic Grätzl in Hernals” wurde angenommen. Auch die Anträge der SPÖ “Sicher Straßenbahnstation 43/9 Rosensteingasse” und “Wiener Straucherl” wurden angenommen

Die Resolution „Für den Erhalt des Postsportplatzes!“ wurde von der SPÖ Hernals initiiert und mit anderen Parteien eingebracht und einstimmig angenommen. Auch die Resolutionen „Hernals setzt sich gegen Rassismus ein!“ und „Zivilgesellschaft stärken - Demokratie schützen“ wurde von der SPÖ Hernals und mit anderen Parteien mit eingebracht und mehrheitlich angenommen. 

Für den Erhalt des Postsportplatzes!

(folgend ein Auszug aus der eingebrachten Resolution)

Die Bezirksvertretung Hernals spricht sich ausdrücklich für den Erhalt der Sportflächen am Postsportplatz und ihre gemeinnützige Nutzung aus. Außerdem bekennt sie sich zu einem niederschwelligen Zugang zu Sportflächen für alle Wiener:innen. Der Postsportplatz ist und bleibt die Heimatstätte des Postsportvereins, des größten und wichtigsten gemeinnützigen Sportvereins in Hernals.

Begründung:

Der Postsportplatz ist mit etwa 15 ha eine der größten zusammenhängenden Sport- und Freiflächen in Wien und wird von zahlreichen Sportvereinen, Schulen sowie von vielen Einzelpersonen genutzt. Anlagen wie diese sind eine zentrale Infrastruktur für den Breiten- und Vereinssport. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit, Bewegung, Gemeinschaft und sozialer Integration. Der 1919 gegründete Postsportverein nennt den Postsportplatz bereits seit dem Jahr 1937 seine Heimatstätte und ist weit über die Bezirksgrenzen hinaus ein zentraler Anlaufpunkt für sportbegeisterte Menschen in Wien.

Bereits seit mehreren Jahren plant die Post AG eine Neunutzung und verstärkte Bebauung des Postsportplatzes, der in ihrem Eigentum steht. Im Jahr 2019 präsentierte die Post AG Funktionär:innen des Post SV entsprechende Wohnbaupläne, die später auch im Wege von Medien und einer eigenen Homepage veröffentlicht wurden. Die veröffentlichten Renderings sahen Wohnbauten mit bis zu 1.000 Wohnungen vor und sorgten für viel Verunsicherung.

Der damals gestartete „Verständigungsprozess“ wurde im Jahr 2022 seitens der Post AG gestoppt. Im Sommer 2025 gab sie dann bekannt, das Wohnbauprojekt doch weiterzuverfolgen. Die Sportstätte soll zwar weiter als solche genutzt werden, jedoch möchte die Post AG laut eigener Aussendung einen neuen Pächter im Wege einer Ausschreibung suchen. Der Pachtvertrag des Postsportvereins wurde dementsprechend mit Ende des Jahres 2027 gekündigt, was nicht nur den Post SV hart treffen würde, sondern auch viele weitere eingemietete Vereine wie etwa den Gersthofer SV.

Im Postsportverein trainieren rund 5.000 Mitglieder, davon etwa 2.000 Kinder. Sie alle könnten nun ihren Sportplatz verlieren. Aktuell gibt es zwar weder die konkrete Ausschreibung noch sind Details zu den Vorstellungen der Post AG wie Pachtzins, Investitionssumme etc. bekannt, jedoch ist anzunehmen, dass ein gemeinnütziger Verein wie der Post SV sich bei dem Wunsch der kommerziellen Nutzung des Areals nur schwer gegen gewerbliche Anbieter durchsetzen kann.

Auch in Zukunft soll der Postsportplatz dem Breitensport und damit gemeinnützigen Vereinen zur Verfügung stehen. In Wien muss Sport zugänglich für alle bleiben – und Vereine wie der Postsportverein ermöglichen genau das!

Eigentümerin des Postsportplatzes ist die Post AG. Die Post AG steht zu 52,8% im Eigentum der ÖBAG und damit der Republik Österreich. Zuständiger Minister ist als ÖBAG-Eigentümervertreter ÖVP-Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Aufgrund des besonderen Stellenwertes dieser Sportfläche trägt die Post AG öffentliche Verantwortung – nicht zuletzt auch deswegen, weil sie mit dem Post SV als ehemaligem Betriebssportverein historisch eng verbunden ist. 

Beim letzten Tagesordnungspunkt, dem Schlusswort des Bezirksvorstehers, dankte sich Peter Jagsch bei alle für die hervorragende Gesprächskultur in der Sitzung. Unter Applaus und mit Übergabe eines Abschiedsgeschenk des Bezirksvorstehers wurde außerdem Harald Kaltenböck, Büroleiter der Bezirksvorstehung in die Pension verabschiedet.  
 

 

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