Wiener Wohnmodell: Wien schafft Zuhause.
Wohnen ist das Thema, das die Menschen derzeit am stärksten beschäftigt. Ein Blick auf andere europäische Metropolen zeigt, warum: In den vergangenen zehn Jahren sind die Mieten in Berlin um 59 Prozent gestiegen, in Madrid um 75 Prozent, in Lissabon haben sie sich sogar verdoppelt.
Seit Generationen. Für Generationen.
Vor über hundert Jahren hat die Wiener Sozialdemokratie entschieden, dass gutes und leistbares Wohnen allen Menschen offenstehen muss. Diese Entscheidung gilt bis heute. Der soziale Wohnbau war ab 1919 die Antwort auf die katastrophalen Wohnverhältnisse der Monarchie, in der die Tuberkulose als „Wiener Krankheit” galt. Finanzstadtrat Hugo Breitner schuf mit der Wohnbausteuer die finanzielle Grundlage, nach den ersten beiden Wohnbauprogrammen standen rund 65.000 Gemeindewohnungen.
Heute besitzt die Stadt 220.000 Gemeindewohnungen, dazu kommen rund 200.000 geförderte Wohnungen. 60 Prozent der Wiener:innen leben darin, in Wohnungen, die Sicherheit und Raum für persönliche Entfaltung geben. Als in den Achtziger- und Neunzigerjahren fast alle europäischen Metropolen ihren kommunalen Wohnungsbestand verkauften, hat Wien nicht verkauft, sondern weitergebaut. Die Folgen in anderen Städten: steigende Mieten und der Verlust des wichtigsten Steuerungsinstruments am Wohnungsmarkt. Heute nehmen sich Großstädte wie New York Wien zum Vorbild.
Vergleiche deine Miete in Wien mit anderen Städten.
Das Wiener Wohnmodell
Ein Modell, das hundert Jahre alt ist, erhält sich aber nicht von selbst. Jede Generation muss daran weiterbauen. Genau dafür steht das Wiener Wohnmodell: dafür, dass junge Menschen ihre erste eigene Wohnung finden, dass Familien Platz haben, wenn das Leben größer wird, dass Frauen selbstbestimmt leben können und dass ältere Menschen bleiben können, wo sie ihr ganzes Leben verbracht haben. Für ein Wien, in dem eine Wohnung das bleibt, wofür sie gebaut wurde: ein Zuhause.
- Wien baut weiter gefördert. Dass in Wien Wohnungen entstehen, die sich die Menschen auch leisten können, bleibt nicht dem Zufall überlassen. Seit Jahrzehnten ist der geförderte Wohnbau das Rückgrat sozialdemokratischer Wohnpolitik. Seit 2019 gilt die Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau”: Bei großen Wohnprojekten sind zwei Drittel der Wohnfläche für geförderte Wohnungen reserviert. Mit dem Gemeindebau NEU baut Wien darüber hinaus wieder selbst: 20 Gemeindebauten NEU sind bereits fertig, bis 2030 kommen rund 1.500 Gemeindewohnungen dazu. Gebaut wird vom einzelnen Gemeindebau bis zum ganzen Stadtteil mit Schulen, Parks, Nahversorgung und Öffis.
- Wohnungen bleiben zum Wohnen. Wohnungen sind zum Wohnen da und nicht zur Profitmaximierung Einzelner durch die Vermietung an Tourist:innen. Damit in einem Haus Nachbar:innen wohnen, die man kennt, und nicht Gäste auf Zeit, ist die Kurzzeitvermietung auf 90 Tage im Jahr begrenzt, in den Wohnzonen der Innenbezirke und im Gemeindebau ist sie verboten. Mit dem Wiener Kurzzeitvermietungsregistergesetz müssen Wohnungen, die auf Plattformen angeboten werden, künftig registriert sein. So schützen wir leistbaren Wohnraum konsequent vor Spekulation.
- Wien baut klimafit. Klimaschutz ist für uns kein Zusatz, sondern Teil jeder Bauentscheidung. Rund 40 Prozent der Emissionen entstehen beim Bauen und Wohnen. Der größte Hebel liegt daher im Bestand: Derzeit werden 100 Gemeindebauten mit 16.000 Wohnungen, in denen rund 40.000 Menschen leben, um 1,37 Milliarden Euro saniert. Dazu kommen der Ausbau der Fernwärme und der schrittweise Ausstieg aus Gas. Mit begrünten Fassaden, beschatteten Fenstern und entsiegelten Höfen wappnet sich Wien gegen künftige Hitzeperioden. Das senkt die Energiekosten für die Mieter:innen und macht Wien unabhängiger von autoritären Regimen.
- Wien ermöglicht Wohnen für alle Bedürfnisse und alle Lebensrealitäten. Wohnraum muss sich an die Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Wien plant für das Leben, das in einer Wohnung stattfindet: mit leistbaren Wohnungen für junge Familien, mit eigenen Wohnformen für Alleinerziehende und mit barrierefreien Wohnungen, in denen Menschen mit Behinderung selbstbestimmt leben. Ältere Menschen unterstützt die Stadt etwa mit der Förderung für den Umbau von der Badewanne zur Dusche. Seit September 2026 entscheidet mit der Wohnungsvergabe NEU der Bedarf. Und wo das Geld fehlt, hilft Wien beim Einzug mit dem Eigenmittelersatzdarlehen und bei der laufenden Miete mit der Wohnbeihilfe NEU.
- Keine Privatisierung von Gemeindebauten. Leistbare Mieten, unbefristete Verträge und ein Einzug ohne Kaution und Eigenmittel geben den Bewohner:innen des Gemeindebaus die Gewissheit, bleiben zu können. Deshalb gilt: Der Gemeindebau steht nicht zum Verkauf, heute nicht und auch in Zukunft nicht. Wohin Privatisierung führt, hat der Verkauf von 60.000 Bundeswohnungen durch die damalige schwarz-blaue Bundesregierung über die BUWOG gezeigt.
So bauen wir am Wiener Wohnmodell weiter.
„Frauen-Werk-Stadt – Neu gedacht”: Wien baut frauengerecht
Wer den Alltag von Frauen kennt, schafft frauengerechte Wohnungen. Schon 1997 hat Wien mit der ersten Frauen-Werk-Stadt in Floridsdorf – bis heute das größte von Frauen geplante Wohnprojekt Europas – gezeigt, wie das gelingt: mit kurzen Wegen, einsehbaren Stiegenhäusern sowie Kindergarten, Geschäften und Arztpraxis direkt in der Anlage. Mit der „Frauen-Werk-Stadt – Neu gedacht” führt Wien diesen Weg fort: Auf mehr als 2.500 m² in der Seestadt Aspern sollen rund 80 sichere, leistbare und alltagsnahe Wohnungen entstehen. Frauen bringen dabei ihre Erfahrungen von Anfang an aktiv in die Planung ein. Der Bauträgerwettbewerb startet im ersten Halbjahr 2027.
„Frag die Baupolizei”: Bauberatung ohne Termin im eigenen Grätzl
Wer baut, umbaut oder saniert, soll schnell und unkompliziert zu klaren Antworten kommen. Ob Klimaanlage an der Fassade, Photovoltaikanlage am Dach oder Umbau im Einfamilienhaus: Gute Vorhaben gelingen am besten, wenn von Anfang an klar ist, was zu beachten ist. Deshalb kommt die Wiener Baupolizei ab 12. November dorthin, wo die Menschen leben. In den Stadtteilbüros der Gebietsbetreuung klären Expert:innen alle Fragen rund ums Bauverfahren, kostenlos und ohne vorherige Terminvereinbarung. Die ersten Termine: 12. November in der Sechshauser Straße 23, 26. November in der Hartlgasse und 10. Dezember in der Quellenstraße.
Wien schafft Zuhause.
Was dir auch gefallen könnte:
„Frauen-Werk-Stadt – Neu gedacht“: Wien baut frauengerecht
Wohnpolitik ist Frauenpolitik: Wien baut frauengerecht weiter.