29.06.2026

Wohnungsvergabe NEU bringt den Gemeindebau näher an die Lebensrealitäten der Wiener:innen

Neue gesetzliche Grundlage schafft einfacheren Zugang zum sozialen Wohnbau und berücksichtigt individuelle Lebenssituationen besser als bisher.

"Seit mehr als 100 Jahren gibt es in Wien die Überzeugung, dass Wohnen keine Ware ist wie jede andere. Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Daraus wächst auch die Überzeugung, dass die öffentliche Hand eine ganz zentrale Verantwortung trägt", betonte die Wiener SPÖ-Abgeordnete Alice Seidl heute im Wiener Landtag anlässlich der Beschlussfassung über die gesetzliche Grundlage für die Wohnungsvergabe NEU.

Mit der Reform wird die Vergabe von Gemeindewohnungen und geförderten Wohnungen einfacher, transparenter und stärker an den tatsächlichen Lebensrealitäten der Wiener:innen ausgerichtet. Wien verfügt über rund 220.000 Gemeindewohnungen und weitere 200.000 geförderte Wohnungen. Jährlich werden rund 14.000 Wohnungen neu vergeben.

"Bisher war der Zugang zu einer Gemeindewohnung an einen starren Katalog von Bedarfsgründen gebunden. Das hatte auch seine Berechtigung. Aber die Gesellschaft verändert sich, Lebenswege werden vielfältiger. Wir schaffen heute den gesetzlichen Rahmen für ein System, das die Lebensrealitäten der Wiener:innen noch besser abbildet", so Seidl.

Künftig sorgt ein transparentes Bonuspunktesystem dafür, dass unterschiedliche Lebenslagen besser berücksichtigt werden: Zum Beispiel die Lebensrealität einer schwangeren Frau, die sich gerade getrennt hat oder die eines jungen Alleinerziehers, der nebenbei eine Ausbildung nachholt oder die Lebensumstände einer Frau, die von häuslicher Gewalt betroffen ist und rasch eine eigene Wohnung braucht. Auch langjährige Wartezeiten werden berücksichtigt sowie der bewährte Wien-Bonus für Menschen, die bereits länger in Wien leben.

"Zukünftig werden mehr Menschen Zugang zu einer Gemeindewohnung haben, die ihn bisher nicht hatten, weil einer der bisherigen Wohnbedarfsgründe gefehlt hat", erklärte Seidl.

Ein weiterer wesentlicher Schritt ist die Zusammenführung der bisherigen Systeme zu einem einheitlichen Wohnticket für Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen. Gleichzeitig wird die Antragstellung deutlich erleichtert: Unterlagen können künftig auch digital eingereicht werden. Persönliche Beratung bleibt selbstverständlich weiterhin möglich.

"Mit dem heutigen Beschluss wird die Wohnungsvergabe in Wien einfacher, übersichtlicher und digitaler. Zukünftig werden mehr Menschen als bisher Zugang zu einer Gemeindewohnung haben und sie werden diese Wohnung auch schneller bekommen, wenn sie in einer Lebenslage sind, die das erfordert", unterstrich Seidl.

Für besondere persönliche Härtefälle bleibt die Wohnungskommission auch in Zukunft als Korrektiv bestehen und kann Ausnahmen ermöglichen. "Damit ist sichergestellt, dass besondere Lebensumstände auch besonders berücksichtigt werden können", so Seidl abschließend.

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